Wer hält sich hier auf?
Eine Eingangshalle, durch die Menschen in elf Sekunden gehen, braucht etwas anderes als ein Foyer, in dem sie zwanzig Minuten warten. Wir zählen das nach, statt es zu schätzen.
Studio für Licht- und Klanginstallationen
Wir bauen Installationen, die auf das reagieren, was schon da ist — auf Hall, Tageslicht, Wege und Gewohnheiten. Kein Effekt über den Raum gelegt, sondern eine Antwort auf ihn.
Arbeitsweise
Die meisten Installationen scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand vorher gefragt hat, wofür der Raum eigentlich gebraucht wird. Deshalb stehen diese drei Fragen bei uns vor jeder Materialliste.
Eine Eingangshalle, durch die Menschen in elf Sekunden gehen, braucht etwas anderes als ein Foyer, in dem sie zwanzig Minuten warten. Wir zählen das nach, statt es zu schätzen.
Nachhallzeit, Streulicht, Zugluft, Lärm von aussen. Wir messen den Bestand, bevor wir etwas hinzufügen — sonst kämpft die Installation gegen das Gebäude.
Jede Installation bekommt eine Bedienung, die eine Hauswartin ohne Schulung versteht. Was nur wir selbst warten können, bauen wir nicht.
Schritt 01
Zwei Tage im Raum, zu unterschiedlichen Tageszeiten. Wir nehmen Hall und Grundgeräusch auf, protokollieren den Lichtverlauf und sprechen mit den Leuten, die täglich hier arbeiten. Aus dieser Aufnahme entsteht die erste Idee — und meistens fallen dabei drei frühere Ideen weg.
Schritt 02
Wir bauen einen Ausschnitt der Installation in echter Grösse auf und stellen ihn in den Raum. Ein Rendering zeigt, wie etwas aussieht; ein Aufbau zeigt, wie es sich anhört, wenn nebenan die Lüftung anspringt. Was den Aufbau nicht übersteht, geht nicht in Produktion.
Schritt 03
Die fertige Installation wird vor Ort eingemessen, nicht ab Werk eingestellt. Danach gibt es eine Bedienung auf einer Seite, eine Ersatzteilliste und eine Nummer, die jemand abnimmt. Das ist der Teil, den man in Bildern nie sieht und der darüber entscheidet, ob eine Arbeit zehn Jahre hält.
Aus dem Projektbuch
Tag 1. Der Raum ist lauter, als der Plan vermuten liess: Die Lüftung läuft durchgehend bei 44 dB, das Grundrauschen frisst jede leise Tonebene. Alles unter 50 dB können wir vergessen.
Tag 3. Das Tageslicht dreht zwischen 11 und 14 Uhr um fast dreissig Grad über die Westwand. Die geplante feste Lichtachse hätte in dieser Zeitspanne komplett verschwunden. Wir kippen sie um 18 Grad nach Norden.
Tag 6. Der Aufbau im Massstab zeigt etwas, das im Modell unsichtbar war: Die Reflexion auf dem polierten Boden verdoppelt jede Lichtkante. Statt das zu bekämpfen, nehmen wir es als zweite Ebene in die Komposition auf.
Tag 9. Übergabe. Die Bedienung passt auf eine Seite: ein Drehregler für die Helligkeit, ein Schalter für Tag- und Abendprogramm. Alles andere ist eingemessen und verschlossen.
Erzählen Sie uns, was darin passieren soll. Die erste Einschätzung machen wir kostenlos — meistens reicht dafür ein Grundriss und ein Telefonat.
Projekt besprechen